Thalia Theater Blog

Der Premieren- und Festivalblog des Thalia Theaters Hamburg

All Your Base Are Belong to us

Koerber Studio Junge Regie 2018

All Your Base Are Belong To Us. Foto: Krafft Angerer

All Your Base Are Belong To Us
von und mit Clara Fritsche, Emilia Giertler, Maikel Drexler, Kaspar Weith Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“, Berlin, Zeitgenössische Puppenspielkunst

Gesellschaftsspiel oder soziales Experiment?

von Ormina Maschal

An „All Your Base Are Belog to us“ nahm ich als eine von 70 Teilnehmenden mit einem Avatar namens Nana teil. Nana war ein kleines Palstikfigürchen, ausgestattet mit einem Kärtchen, das mit einer Mission versehen war: #changeyourDNA. Vor Beginn wurden die Teilnehmenden in drei Gruppen eingeteilt: Arbeit, Politik und Freizeit. Nana hatte das Glück direkt in den Freizeitbereich eingeteilt worden zu sein. Dort gab es unterschiedliche Stationen mit einem Freizeitgestaltungsangebot. U.a. ein Bällebad, einen „Wald“ (also eine Box mit einer Waldprojektion), dürftige Computerspiele (selbst für eine Nicht-Zockerin) und eine recht enttäuschende VR-Simulation eines Liebesaktes. Um an dem Angebot teilzunehmen, sollte man sich stets vorher mit seinem Figürchen einloggen – klar könnt ihr Nanas Daten haben! Ich langweilte mich recht schnell und beschloss meine DNA zu verändern – schließlich war es Nanas Mission. Zwischen den Bereichen Arbeit und Politik fand ich eine Forschungsstation. Dort konnte ich tatsächlich die DNA meines Avatars verändern. Dafür sollte ich selbst eine rosa Flüssigkeit mit unangenehmen Nachgeschmack trinken. Nun war mein Avatar resistent gegen Benzin-Bakterien – oder so. So recht habe ich es nicht verstanden, aber den „I changed my DNA“ Aufkleber habe ich voller Stolz auf der Brust getragen. Ich habe mich auf das Spiel eingelassen. Ich war Nana, habe mich in dem mir zugeteilten Freizeitbereich ausgetobt und meine Mission erfüllt. Dabei habe ich darauf gewartet, dass etwas passiert. Aber es passierte nichts. Wir Teilnehmenden wurden während der Performance zu nichts gezwungen – es wurden lediglich Strukturen geschaffen, die den Eindruck erweckten, es wäre sinnvoll sich an diese zu halten. Ich hätte auch rebellieren können gegen die Belanglosigkeit jener Strukturen. Doch das wurde mir erst nach dem sozialen Experiment klar. Wir können uns an Spielregeln halten. Wir können sie brechen. Wir können sie verändern.

https://www.thalia-theater.de/de/festivals/koerber-studio/koerber-studio-junge-regie-2018/

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Information

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am 19. Juni 2018 von in Allgemein, Körber Studio.
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