Thalia Theater Blog

Der Premieren- und Festivalblog des Thalia Theaters Hamburg

Eröffnung Körber Studio Junge Regie 2017

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Eröffnung Körber Studio Junge Regie 2017 Foto: Privat

Eröffnung Körber Studio Junge Regie 2017

von Julia Lange

Viel Zeit, dem Ende des Festival der Welt nachzutrauern blieb nicht, denn bereits weniger als 72 Stunden später begann mit dem Körber Studio Junge Regie bereits das nächste vom Thalia Theater und seinen Partnern organisierte Festival.

Vier Tage mit insgesamt zehn Beiträgen junger Regisseure aus dem deutschsprachigen Raum (München, Zürich, Frankfurt a.M., Salzburg, Gießen, Hamburg, Essen und Ludwigsburg) sowie zwei Beiträge außerhalb des Wettbewerbs aus Wien und Helsinki (Finnland) stünden auf dem Programm, hieß es im Rahmen der feierlichen Eröffnung am frühen Mittwoch Abend.

Nach einer Vorstellung der Träger des Festivals, wozu neben dem Thalia Theater auch die Körber Stiftung, die Theaterakademie Hamburg und der Deutsche Bühnenverein gehören, wurden (erstmals in der Geschichte des Festivals!) auch die Jury-Mitglieder von Moderatorin Barbara Burckhardt (Theater heute) präsentiert. Die Eröffnung wurde sodann durch einen spannenden englischsprachigen Vortrag der finnischen Regisseurin Hanna Helavuori und Leiterin von Theatre Info Finland abgerundet. Helavuori zeichnete in ihrem Vortrag die aktuellen Probleme, mit denen sich das Theater als Institution aber auch seine Beschäftigten sowie die Schauspielschulen derzeit konfrontiert sehen, nach. Dabei verwies sie insbesondere auf die teilweise prekäre Beschäftigungslage im Theaterbetrieb. Helavuori zeigte zeigte zudem strukturelle, konzeptuelle und (formal-)ästhetische Neuerungen in der Theaterpraxis, wie beispielsweise das Konzept von hybrid authorship auf, und problematisierte das komplexe Verhältnis zwischen der Suche nach neuen Ausdrucksformen und der gesellschaftlichen Verantwortung, der sich das Theater gerade in der heutigen Zeit, nicht zuletzt angesichts des weltweiten Erstarken der politischen Rechten, zu stellen habe. Das Theater dürfe die Chance nicht verpassen, neue Denk- und Explorationsräume zu eröffnen, die es erlauben würden, bekannte Sachverhalte (z.B. die Idee einer utopian citizenship) neu zu (durch-)denken. In ihrem mit reichhaltigem Bildmaterial aus finnischen Theateraufführungen unterlegten Vortrag thematisierte Helavuori darüber hinaus die Unterschiede zwischen mikro- und makropolitischen diskursiven Ansätzen sowie den länderübergreifenden Herausforderungen und Potentialen für die Stadttheater in der heutigen Zeit.

Eine gelungene Eröffnung des Festivals in ungezwungener und zugleich festlicher und erwartungsfroher Atmosphäre ging damit zu Ende. Bereits 15 Minuten später würde mit „Abraum“ der Wettbewerbsauftakt erfolgen.

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am 16. Juni 2017 von in Körber Studio und getaggt mit , , .
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