Thalia Theater Blog

Der Premieren- und Festivalblog des Thalia Theaters Hamburg

Ein weiteres Beispiel für die Durchlässigkeit gewisser Grenzen

Koerber Studio Junge Regie 2016

„Ein weiteres Beispiel für die Durchlässigkeit gewisser Grenzen“ Regie: Henri Huester. Foto: Körber-Stiftung / Krafft Angerer

Von Kadija Dastager

Ein weiteres Beispiel für die Durchlässigkeit gewisser Grenzen
mit Texten von David Foster Wallace
Theaterakademie Hamburg

Erzähl mir eine Geschichte..,
Erzähl mir eine Geschichte..,

und Geschichten wurden erzählt.

In der Eröffnungsveranstaltung des Körber Festivals für junge Regie erzählte Henri Hüster von der Theaterakademie Hamburg von Texten und Figuren des US-amerikanischen Autor David Foster Wallace, der laut New York Times “the saint of under-thiry readers“ war.

Die Geschichten wurden auf eine junge und moderne Art und Weise interpretiert. Jeweils ein Schauspieler offenbarte mit seiner Geschichte auf der Bühne sein ich und die Mitstreiter wiederholten entweder das Gesagte auf ihre Art und Weise oder erzählten eine andere Geschichte. Die Stimme aus dem Off, im Saal neben der Bühne, erzählte dann die inneren Gedankengänge der Person.

Mit Leichtigkeit gelang der Theaterakademie am gestrigen Abend der Spagat von frivolen zu erheiternden und auch zu tiefer gehenden Thematiken. Sie sparten nicht mit Emotionen, Witz und Entertainment und warteten mit Gesang, Tanz, Slapstick, Tiefe und Leichtigkeit in dieser einstündigen Auseinandersetzung auf.

Besonders bemerkenswert war das gemeinsame Sprechen der Texte, teils vom ganzen Ensemble, teils nur von zwei Schauspielern. Dadurch erhielten die Geschichten eine ganz besondere Tiefe, auch wenn diese in Richtung Stammtisch gingen.

Am besten kam diese Technik bei der Geschichte der jungen TV-Schauspielerin zur Geltung, die bei David Lettermans Late Show zu Gast war. Ihr Mann und Freund rieten ihr, um sich wegen eines Würstchen TV-Spots nicht der Lächerlichkeit preis zu geben, sich gut vorzubereiten. So waren die beiden charmanten Schauspieler im selbem Moment nicht nur Freund und Mann, sondern auch David Letterman und Paul Schaffer. Obschon sehr lustig, konnte das Ensemble selbst dieser Geschichte einen Mehrwert verpassen und so emanzipierte sich der TV-Star und stellte sogar den großen Letterman bloß.

Die Message des Stücks? Niemand ist so wie er zu seinen scheint und deswegen erzählen wir Geschichten. Ein rundum gelungenes Stück zu Beginn des Körbers Studio Junge Regie Festivals.

Am 8. Juni im Thalia in der Gaußstraße

https://www.thalia-theater.de/de/spielplan/repertoire/ein-weiteres-beispiel-fuer…/

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

Information

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am 9. Juni 2016 von in Allgemein, Körber Studio und getaggt mit , , , .
%d Bloggern gefällt das: