Thalia Theater Blog

Der Premieren- und Festivalblog des Thalia Theaters Hamburg

Früchte des Zorns

Früchte des Zorns
von John Steinbeck
Regie Luk Perceval

Premiere 23. Januar 2016 am Thalia Theater

Foto: Armin Smailovic

Von Kadija Dastager

Die diesjährigen Lessingtage wurden gestern offiziell mit der Inszenierung von Luk Percevals “Früchte des Zorns“sowie mit dem Bürgergipfel „Das Neue Wir. Ein Bürgergipfel von und für (Neu-)Hamburger“ eröffnet.

Statt einer traditionellen Eröffnungsrede, fordert das Thalia Theater in diesem Jahr Interessierte dazu auf sich an der Diskussion zu dem allgegenwärtigen Thema Flüchtlinge und Migration zu beteiligen, bietet dafür Wissensrunden mit Partizipatoren und versteht sich damit stärker als sonst als ein Ort der Begegnungen.

Die Premiere von “Früchte des Zorns“ mit seinem internationalem Ensemble war daher mehr als passend für die Eröffnung der Lessingtage, denn auch die Geschichte der Familie Joad handelt von Flucht und Migration und den Verheißungen im Westen.

Die Vorlage des Stücks beruht auf dem gleichnamigen “Jahrhundert-Roman“ von John Steinbeck, der wegen seiner geschichtlichen und kulturellen Bedeutsamkeit Unterrichtsstoff an amerikanischen Highschools und Colleges ist. Im Roman wie im Stück flieht die Familie Joad während der großen Depression in den 30ern aus dem mittleren Westen und hofft auf Arbeit, Wohlstand, Ehre und Glück im sonnigen Kalifornien. Im Roman ist die Familie Joad, bestehend aus Mutter und Vater Joad, Tom Joad, Jim Casey, Onkel John, Rose und den nicht verkörperten Großeltern – gefangen in ihrer Armut und Hoffnungslosigkeit und somit steht das Land das keine Früchte mehr trägt nicht nur sinnbildlich als “Dustbowl“ – eine Staubschüssel. In der Inszenierung ersetzt Laub, das über und über auf der Bühne liegt, diesen Staub, der die Familie auf ihrer Reise über die Route 66 ins Ungewisse begleitet.

Worauf die Familie Joad in Kalifornien trifft, bleibt im Stück offen, das Publikum begleitet die Familie ein Stück auf ihrer Route und nimmt Teil an ihren Beschwerlichkeiten, Verlusten und Ängsten.

Die Inszenierung verdeutlicht das Menschen in ständiger Bewegung sind, Flucht und Migration sind ein Prozess, der die Menschheit schon sehr länger anhält. Mit den aktuellen Berichten über Flucht und Migration und der Bilderflut, kann die Inszenierung nicht mithalten. Das Stück ist aber Vergangenheit und Gegenwart zugleich.

http://www.thalia-theater.de/de/spielplan/repertoire/fruechte-des-zorns/

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am 26. Januar 2016 von in Allgemein, Premierenblog.
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