Thalia Theater Blog

Der Premieren- und Festivalblog des Thalia Theaters Hamburg

≈ [ungefähr gleich]

Foto: Krafft Angerer

Von Ormina Maschal

Champagner oder Sekt? Was darf es für Sie sein?

In ≈ [ungefähr gleich] tut es bei Andrejs Abiturfeier auch ein Sekt. Aufgeregt sieht Andrej nun dem Berufseinstieg entgegen. Aber entgegen Andrejs Vorstellungen und nach langer Suche, nicht in der Marketingbranche, sondern im Kiosk nebenan. Zu diesem Job verhilft ihm Martina, die selbst im Kiosk arbeitet. Unzufrieden mit ihrer Arbeit, steckt sich Martina Geld aus der Kasse ein. Um dies zu vertuschen, beschuldigt sie jedoch eine andere Kollegin. Im Kiosk wird eine Stelle frei.

Da wo Andrej anfangen wird zu arbeiten, möchte Martina sofort raus. Sie sieht ihr Potenzial in diesem Beruf nicht entfaltet und träumt von einem Leben auf dem Land. Dort könne sie als Selbstversorgerin aus wirtschaftlichen Zwängen ausbrechen. Bis dahin hält sich Martina mit schönen neuen Dingen bei Laune, sowie ein neues Parfum (äußerst gelungen dargestellt von Steffen Siegmund).

Der Obdachlose setzt das in Praxis um, worüber der Ökonom Theorien entwickelt. So sieht das zumindest Martina. Ihr Lebensgefährte Mani ist seines Zeichens Ökonom und arbeitet an der Universität. Er hofft auf eine Festanstellung an der Uni und fürchtet, dass Martina ihn mit einem Obdachlosen betrügt, Peter. Peter ist bei Martina Stammkunde und braucht dringend Geld. Seine Schwester hatte einen Autounfall und liegt im Krankenhaus. Um sie zu besuchen, muss Peter ein Zugticket kaufen. Das Geld dafür treibt er auf die übliche Weise auf: Er bettelt auf der Straße. Dabei schreckt er nicht davor zurück, Geld von Kindern anzunehmen, so wie vom kleinen Bruder des frisch gebackenen Kioskverkäufers Andrej. Doch Andrej hat seine Zweifel, ob Peter das Geld auch wirklich braucht, um seine Schwester zu besuchen.

Auf eine angenehm absurde Weise handelt es sich in der Aufführung um den Wert des Geldes und um Konsum. Um Träume und Enttäuschungen.
Die Vorstellungen und Erwartungen der Figuren sind weit davon entfernt ungefähr gleich mit ihren Realitäten zu sein. Gleichzeitig sind ihre Schicksale miteinander verstrickt und werden in der Inszenierung spannend zusammengeführt.

http://www.thalia-theater.de/de/spielplan/repertoire/ungefaehr-gleich/

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am 14. September 2015 von in Allgemein, Premierenblog.
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