Thalia Theater Blog

Der Premieren- und Festivalblog des Thalia Theaters Hamburg

Die drei Musketiere

mehmetmusketiereFoto: Mehmet Ates

Von Mehmet Ates

„Es gibt nichts Männlicheres als knapp sitzende Strumpfhosen“

D´Artagnans größter Wunsch ist es, nach Paris zu reisen, um endlich ein echter Musketier zu werden. Frisch in Paris angekommen legt er sich nichts ahnend mit den drei Musketieren Aramis, Athos und Porthos an und vereinbart Duelle mit ihnen. Später schlägt er sich auf deren Seite und zusammen versuchen sie, die Pläne des Kardinals, einen Krieg zwischen England und Frankreich anzuzetteln, zu verhindern.
Die Wiederaufnahmevorstellung der „Die drei Musketiere“ findet in dem Thalia- Zelt auf dem Baakenhöfergelände statt. Die Sonne strahlte, so dass schon der Besuch der Hafencity den Abend lohnenswert machte. Das Innere des Zeltes  ist ein großer Raum, und die Gäste sitzen in einem etwas größeren Halbkreis, um die Manege herum zusammen, die nicht viel größer als die Bühne der Garage wirkt. Dennoch wird sie gekonnt in Szene gesetzt, so dass sie nie überladen ist. Die Kulisse ist auf ein universell nutzbares Holzbauwerk begrenzt, welches an ein Klettergerüst oder an einen Pavillon erinnern lässt. Sie ist mal ein Schloss. Mal die Haustür eines Hinterhofs. Mal ein Schiff. Mal England. Mal Frankreich.

Im Gegensatz zu der Bühne im großen Haus, ist kaum etwas versteckt und alles passiert vor den Augen der Zuschauer. Es kann auch nicht wie bei „Don Giovanni. Letzte Party.“ mit einem überdimensional großen Kronleuchter imponiert werden. Es steht auch keine Drehscheibe zur Verfügung, welche die Bühne wie bei „Der Ring: Rheingold/Walküre“  in eine Landschaft aus Bergen verwandelt. Doch gerade durch diese Schlichtheit der Bühne, wird das gesamte Schauspiel vertraulicher. Die Geschichte wirken zum Greifen nahe. Dies wird durch die Figuren, die des Öfteren provokante Blicke oder Kussmünder Richtung Zuschauer werfen, verstärkt. Des Weiteren spielt die Musik eine wichtige Rolle in der Inszenierung.  So wird zwischen einzelnen Szenen Musik gespielt und Aktionsreiche Kampfszenen mit Musik unterlegt. Dazu werden einige Abschnitte mit einem kurzen Lied eingeleitet.

Bei der Rollenbesetzung werden vorwiegend Frauen von Männern und Männer von Frauen gespielt. An diesem Abend wurde es für mich besonders deutlich, dass nicht das Geschlecht des Schauspielers, sondern die Art und Weise wie eine Figur durch einen Schauspieler verkörpert wird, zu dessen Identität beiträgt. Die schauspielerische Leistung von Sebastian Zimmler als dirty Milady de Winter hat mir hierbei besonders gut gefallen. Die Kostüme und Requisiten waren alle toll anzusehen und es wird sofort klar, dass sie mit viel Liebe für das Detail gefertigt wurden.

Es war ein lauter, rasender, stürmischer, wilder und erfolgreicher Abend im Thalia- Zelt. Nur hat mich der Humor oft nicht angesprochen, wie das Huhn mit dem Plastikhintern, sodass ich mir etwas mehr Ernsthaftigkeit gewünscht hätte.

Abschließend kann man sagen:
„Im Leben zählen nur zwei Dinge: Das Leben selbst und…
die Liebe“

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am 9. Juni 2015 von in Allgemein, Premierenblog.
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