Thalia Theater Blog

Der Premieren- und Festivalblog des Thalia Theaters Hamburg

Die Blechtrommel

"Die Blechtrommel" Thalia Theater

Foto: Krafft Angerer

Von Tjorven Hamdorf

Es sind die Zwanziger Jahre in Danzig. Weiße Leinentücher wehen auf der Bühne, während melodramatische Musik erklingt. Die sechs Schauspieler singen „An der Saale hellem Strande“ und scheinen perfekte Vertreter der „rheinischen Frohnaturen“ zu sein, wie der Protagonist wenig später erklärt. Oskar Matzerath, der als dreijähriger die Kellertreppe hinabfiel und von dort an nicht mehr weiterwuchs, beschreibt die Ereignisse in Danzig bis hin zum Ende des 2. Weltkriegs.  Schnell wird klar- hier wird schmutzige Wäsche gewaschen!

Oskar beobachtet die Welt der Erwachsenen und kriegt als unterschätztes Kind mehr mit, als seiner Umwelt lieb sein dürfte. Zum Beispiel, dass Frau Greff es verstand, Gefühle zu Suppe zu machen. Die Menschen in seiner Umgebung sieht Oskar als „Kreuzträger“. Da verwundert es nicht, dass er es nicht anstrebt, erwachsen zu werden! Die Welt in der Oskar lebt gleicht einem Zirkus, in der jeder seinen Platz in der Vorstellung hat. Zwanghaftes, aggressives Verhalten sind die Folge der zu Suppe gekochten, unterdrückten Gefühle.  Doch human bleiben ohne Wachstum- welch eine Aufgabe! Der junge David Hofner leiht Oskar für diese Herausforderung seine Stimme, die das ganze Publikum begeistert hat und tobenden Applaus erntete.  Dass Günther Grass sich höchstpersönlich auf der Bühne beklatschen ließ,  hat sicherlich viele der Theaterbesucher erfreut. Ich, die ich den Roman nicht gelesen habe, habe die Geschichte gespannt verfolgt und möchte besonders loben, dass es nicht notwendig war die Handlung zu kennen, um einen anregenden und bisweilen auch ergreifenden Theaterabend zu erleben. Das ist schließlich nicht immer so!

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am 2. April 2015 von in Allgemein, Premierenblog.
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