Thalia Theater Blog

Der Premieren- und Festivalblog des Thalia Theaters Hamburg

Der Ring: Siegfried/Götterdämmerung

_ASP8805Foto: Armin Smailovic

Von Yen Dieu Pham

Um von einem gelungenen Theaterabend sprechen zu können, muss ich von einer Vorstellung emotional berührt worden sein oder neue Denkanstöße bekommen haben. Leider bekam ich an diesem Abend weder das eine noch das andere in ausreichender Menge geboten.

Ich saß mit meiner Kollegin auf wirklich guten Plätzen und hatte einen hervorragenden Blick auf die Bühne. Es herrschte eine angenehme Atmosphäre und ich spürte, wie sich die Menschen um mich herum auf die Premiere freuten.
Im Dezember sah ich mir zur Vorbereitung auf den Premierenabend noch den ersten Teil der Nibelungen Saga an „Der Ring: Rheingold/ Wallküre“. Ich muss zu geben, dass mich schon der erste Teil nicht sonderlich begeisterte. Daher erhoffte ich mir, dass zumindest der zweite Teil, besser ausfallen würde. Und ja, im Großen Ganzen fand ich den zweiten Teil tatsächlich besser als den ersten, aber leider bin ich auch hier nicht sonderlich zufrieden nach Hause gegangen.

Es wurde eine Bandbreite von Emotionen auf der Bühne zur Schau gestellt, aber dennoch packte mich kaum eine Szene und nahm mich auf die in künstlichem Blut getränkte Reise mit. Ich konnte mit den Charakteren kaum mitfühlen, was ich normalerweise bei den Stücken von Antú Romero Nunes fast immer getan habe. Auch habe ich bisher immer seinen Sinn für Humor sehr zu schätzen gewusst. So war die musikalische Einlage durch den Boten des Hunnenkönigs äußerst amüsant, aber leider fühlte sich die Szene im Kontext mit dem bisherigen Stück ein wenig fehl am Platz an. Grundsätzlich fühlte sich das Stück eher wie eine Collage als wie eine Komposition aus vielen doch eigentlich guten Ideen an.

Neben der Botenszene, möchte ich zudem den Einsatz der Technik und das sehr glungene Bühnenbild loben. Das Bühnenbild hat den Inhalt der Aufführung gut zur Geltung gebracht hat und die Szenen dadurch greifbarer machen können.

Ich habe schon bessere Aufführungen gesehen, auch von dem Herrn Nunes selbst wie z.B. Moby Dick (großartig!). Es war kein verlorener Abend, aber auch kein begeisternder. Schlussendlich was es ein netter Abend, aber leider keiner der mir noch lange im Gedächtnis bleiben wird.

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am 19. Januar 2015 von in Allgemein, Premierenblog.
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