Thalia Theater Blog

Der Premieren- und Festivalblog des Thalia Theaters Hamburg

Der Ring: Siegfried/Götterdämmerung

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Foto: Armin Smailovic

Von Viviana Gonzales Lobato

Ich ging in das Thalia Theater  mit „Tempos“ in meiner Tasche, weil ich mir sicher war, dass eine so emotionale Geschichte voller Liebe, Rache, Reue, Tod und Katastrophe wie „Der Ring: Siegfried/Götterdämmerung“ mir unterdrückte Tränen hervorlocken würde. Aber das Stück hat in mir keine Gefühle geweckt.  Der erste Teil kam mir sogar zu lang vor. Der zweite, nach der Pause, war wesentlich besser. Ein Narr  trat auf der Bühne auf und hat mit Hilfe eines Keyboards, einer Handpuppe, eines Wischmopps und Tänzen die Geschichte von Sigfried erzählt.

Das Theaterstück berichtet die Geschichte von Siegfried, ein Mann voller Rache ,der aber die Furcht nicht kennt. Ein Mann, der wissen will, wer seine Eltern waren  und der sich verliebt, in die Frau die ihm die Furcht beibringt, „Brünnhilde“. Bedauerlicherweise trinkt der Drachentöter einen Vergessenstrank der Götter, der ihm das Gedächtnis von seiner Liebe löscht und er verliebt sich in „Kriemhild“ .  Als er „König Gunther“ hilft „Brünnhilde“ zu heiraten, hilft sie als Blutrache „Gunther“ und seinem Bruder „Hagen“ dem Drachentöter umzubringen – nur damit sie danach neben ihm sterben kann. Und so bleibt nur eine traurige „Kriemhild“, ein erschrockener „Gunther“ und ein passiver „Hagen“.  Jahre später herrscht immer noch Traurigkeit und Hass, „Hagen“ tötet das Kind von „Kriemhild“ und seiner neuen Mann „König Etzel“. Die Inszenierung war simpel, hat sich viel bewegt und war blutig. Mein persönlicher Favorit war der Drache „Fafner“, der tanzend und leuchtend durch die Bühne gegen Siegfried kämpfte und durch sein Schwert starb.  Die Konfrontation von einem nackten, primitiven Sigfried und die extravagante Eleganz der Königswürde war glasklar von Anfang bis Ende und war definitiv ein Höhepunkt des Stückes.  Egal wie einer versuchen kann  vorzuspielen,  die Identität bleibt unverändert.

„Alles was ist, endet“. Nach drei Stunden kam das Stück zum Ende. Ich verließ das Theater enttäuscht, weil meine Müdigkeit stärker als die Magie des Theaters war und ich habe meine „Tempos“ nicht gebraucht.  Ich hätte mehr von der Inszenierung erwartet, aber immer hin war die Musik klasse.

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am 19. Januar 2015 von in Allgemein, Premierenblog.
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