Thalia Theater Blog

Der Premieren- und Festivalblog des Thalia Theaters Hamburg

Die Wilde 13. Vom Sitzen auf angestammten Plätzen

"Die Wilde 13" Thalia Theater

Foto: Krafft Angerer

Von Ormina Maschal

Ich gehöre zu dem Teil der Einwohner Hamburgs, die nie mit der Buslinie 13 in Wilhelmsburg, auch als „Die Wilde 13“ bekannt, unterwegs gewesen sind. Dass diese Linie so genannt wird, war mir ebenfalls nicht geläufig. An Wilhelmsburg bin ich in den letzten 14 Jahren, die ich in Hamburg gelebt habe, immer nur vorbei gefahren. Ich kenne diesen Stadtteil Hamburgs eigentlich nicht wirklich.

Die Inszenierung „Die Wilde 13“ gewährt nun „Outsidern“ wie mir einen theatralischen Einblick in das Leben auf der Elbinsel. Es ist ein Einblick in Problemschulen, Wilhelmsburger Kneipen, in das Herumfahren mit der Wilden 13, das Umgebensein von der Elbe und der damit verbundenen Isolierung.

Das Stück erzählt allerdings auch von der Einmischung ins Stadtteil: Die von Marie Löcker dargestellte I. Zielinsky versucht während einer Fahrt mit der Linie 13 die sich untereinander kennende Stammfahrgemeinschaft von ihren Ideen und Visionen zu überzeugen: Mit Hilfe der Bewohner möchte sie das „Hotel Vielfalt“ in Wilhelmsburg eröffnen. Jenes Hotel soll Besuchern die Möglichkeit bieten, das echte Wilhelmsburg kennenzulernen. Eine Utopie wird geboren. Doch eine Utopie bleibt bis zum Schluss eben nur eine Utopie.

Das Besuchen der Vorstellung war für mich wie ein Besuch im „Hotel Vielfalt“. Das echte Wilhelmsburg bleibt nach wie vor verborgen. Man wird Wilhelmsburg weder durch ein „Hotel Vielfalt“-Besuch, noch durch das Besuchen der Vorstellung tatsächlich kennenlernen oder verstehen.

Vielleicht könnte ich aber nach 14 Jahren in Hamburg einmal in Wilhelmsburg aussteigen, anstatt immer nur daran vorbeizufahren. Für diese Erkenntnis hat sich ein Besuch in die Vorstelleng in jedem Fall gelohnt.

Ein Kommentar zu “Die Wilde 13. Vom Sitzen auf angestammten Plätzen

  1. Arina
    22. September 2014

    Liebe Omina,
    komm mich doch mal im schönen Wilhelmsburg besuchen und mach dir selbst ein Bild von der „Utopie“
    ganz liebe Grüße,
    deine Arina

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am 22. September 2014 von in Allgemein, Premierenblog.
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