Thalia Theater Blog

Der Premieren- und Festivalblog des Thalia Theaters Hamburg

DESH

Desh 116 med res by Richard Haughton

Foto: Richard Haughton

Von Viviana González Lobato

Akram Khan tritt auf die Bühne, mit einem Licht in der Hand, mehr kann man nicht sehen. Er nähert sich einer Pflanze, die in einer Art von Stein gepflanzt ist, nimmt einen Hammer, der daneben liegt, und schlägt auf den Stein. Die Stoße lassen sich ganz laut hören: Damit beginnt das Spiel von Klängen und Tänzen, das „DESH“ ist.

In diesem Theaterstück führt uns Khan durch seine Erinnerungen in London und in Bangladesch, er zeigt uns mit seinen Gesprächen und Tänzen seine Erlebnisse mit Eshita, seiner kleinem Schwester, die Diskussion mit seinem Vater, der ihn anscheinend nicht in Ruhe üben lässt und die Telefongespräche mit einem Zwölfjährigen von einem „Service Call Center“ in Bangladesch. Jede Geschichte, die der Tänzer spielt, ist von Musik und artistischen Bewegungen begleitet, die sehr einfach erscheinen, es aber nicht sind. Was ich besonders an dem Stück fand, war, dass jeder Tanz mir vorkam, als ob Khan seine Realität entweder in dem lauten London oder in dem armen Bangladesch zurücklässt und sich einfach auf die Schönheit seiner Kunst verlässt. Ich kenne das Gefühl, zwei Heimatländer zu haben, Mexiko und seit drei Jahren Deutschland. Ich habe zwar auch immer Mexiko im Hinterkopf, wenn ich in Deutschland bin, aber es ist auch so, dass ich wirklich hier sein möchte und nicht ständig daran denken, was in Mexiko alles besser oder schlechter ist.

Dis Inszenierung hat perfekt zu der Performance gepasst; bei einer Geschichte, die er seiner Schwester erzählt, gab es eine Leinwand, die einen 3D-Effekt geschafft hat, in dem letzten Tanz von DESH haben Leisten gehangen, zwischen denen der Artist getanzt und „geflogen“ ist. Die eineinhalb Stunden, die das Stück gedauert hat, vergingen sehr schnell und ich konnte merken, dass das Publikum es genossen hat. Meine Nachbarinnen konnten nicht aufhören zu sagen: „Oh wie schön, oh wie schön ist denn das!“ Ich habe das Ganze sehr genossen, es ist immer beeindruckend, eine so talentierte Person wie Akram Khan auf der Bühne zuschauen zu können.

Die Vorstellung wird auch am Samstag, dem 8.2., um 20 Uhr im Thalia Theater gezeigt.

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am 8. Februar 2014 von in Allgemein.
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