Thalia Theater Blog

Der Premieren- und Festivalblog des Thalia Theaters Hamburg

Volksmusik

"Volksmusik" Thalia Theater

Foto: Krafft Angerer

Von Nihal Demir

In Deutschland werden ‚privat‘, anders als es die Vielzahl sogenannter Volksmusik-Sendungen im öffentlich-rechtlichen Fernsehen suggerieren, immer weniger Volkslieder gesungen. In anderen Ländern und Kulturen ist das anders. Der Spur dieses Phänomens ist Rainald Grebe gefolgt.

Grebes „Volksmusik“ ist erst einmal eine Revue, die das Thema und die damit verbundenen Probleme auf amüsante und unterhaltsame Art und Weise behandelt.

Zum Beispiel: Grebe und sein Team befragen Menschen auf der Straße, ob sie ein Volkslied singen können und fordern sie auf, es zu tun: „Wer sich mit der Volkssuche beschäftigt, darf das Volk nicht fürchten.“ Doch den Leuten fielen eben nicht viele Strophen ein.

Was sind überhaupt „Volkslieder“ und was nicht? Wo wird zu welchem Anlass welches Lied gesungen? Wer gibt die Lieder vor? – Beispielsweise in den Fußball-Stadien oder unter Alkoholeinfluss am mallorquinischen Ballermann.

Dann wird ein Medley aus Volksliedern angestimmt.

Laiendarsteller verkleidet als „Wildecker Herzbuben“ stehen deplatziert herum und merken bald, dass diese Bühne nicht die richtige Veranstaltung für sie ist.

Grebe hat für seine Produktion ‚draußen auf der Straße‘ einen Volks-Multi-Kulti-Chor aus 16 weiblichen und männlichen Laien ‚gecastet‘, die nun mit Herz und Seele agieren, singen und in folkloristischen Kostümen tanzen. Die Profi-Musiker Marcus Baumgart, Martin Brauer und Jens-Karsten Stoll helfen dabei und liefern ihren Beitrag zum Thema „Volksmusik“.

Auch das Publikum durfte und musste mitsingen, etwa das immer noch wirklich volkstümliche Abendlied „Der Mond ist aufgegangen“ nach dem Text des Hamburger Dichters Matthias Claudius (1740-1815).

Doch schon zu Claudius Zeiten wurde das ‚Volkslied‘, ebenso wie das ‚Volksmärchen‘, zu einer Kunstform und in der Folge zu einem literarischen Gattungsbegriff. Man denke an die stilprägende Liedersammlung in „Des Knaben Wunderhorn“ (Achim von Arnim/ Clemens von Brentano), an Heinrich Heines „Buch der Lieder“ (Loreley) oder an die berühmte Märchensammlung der Gebrüder Grimm. Aber: Waren das noch echte Volkslieder und Hausmärchen oder waren es romantisch idealisierte Überlieferungen?

Bei Rainald Grebes „Volksmusik“ ist für jeden etwas dabei, nach dem Motto: „Die Gedanken sind frei“.

Die Vorstellung wird auch am Mittwoch, dem 19.2. im Thalia Theater gezeigt.

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am 31. Januar 2014 von in Allgemein.
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