Thalia Theater Blog

Der Premieren- und Festivalblog des Thalia Theaters Hamburg

Das achte Leben (Für Brilka)

Alle acht Leben rennen in einem großen Kreis über die Theaterbühne. Das poltern ihrer schnellen Schritte und die laute Musik schallen durch den Saal. Dieser Strudel aus acht so unterschiedlichen Menschen ist ein Strudel aus Generationen. Ein Strudel der Zeit. Plötzlich überholen sie sich, laufen nebeneinander her und lösen dabei die Chronologie auf, die zeitliche Ordnung ihrer Existenz. Stasia und Christine, dann Kostja und Kitty, danach die rebellische Elene, nach ihr Niza und Daria und zu guter Letzt die kleine Brilka, der 1993 das achte Leben geschenkt wird.

13. April 2017 · Hinterlasse einen Kommentar

Schere Faust Papier

Schere Faust Papier Von Michel Decar Regie Ersan Mondtag Von Fabian Starting Schon am Eingang rieche ich die Nebelmaschinen – im Foyer hängt ein Hauch von Bühnenrauch in der Luft. … Weiterlesen

3. April 2017 · Hinterlasse einen Kommentar

#truth – Ein sokratischer Abend

Bereits im antiken Griechenland dachten Menschen über Formen des Zusammenlebens nach. Schon damals ließ sich feststellen, dass kleine Gemeinschaften besser funktionieren. Kühe wissen das – die Menschheit hingegen steuert dennoch der Globalisierung entgegen. Als wäre es uns egal, dass unsere sogenannte Zivilisation dabei zugrunde geht. Genau so wie unserer Gesellschaft die Wahrheit egal zu sein scheint. Uns ist alles gleichgültig – wir sind postmodern, postrevolutionär und vor allem postfaktisch. Da gäbe es nur eine Sache die uns nicht egal ist, Geld.

14. März 2017 · Hinterlasse einen Kommentar

#truth – Ein sokratischer Abend

„Wahrheit ist ein Wort wie ein Zeppelin: außer Reichweite. Und worauf steht: ‚Sei vorsichtig, wie du mich benutzt’“

„Warum sind wir hier? Was sind die Spielregeln? Was sind die Grenzen zwischen uns?“ Das sind die Fragen, die sich bzw. uns der junge Mann auf der Bühne zu Beginn der Vorstellung stellt. „Ihr habt bezahlt.“ lautet zunächst seine Antwort. Sie leitet ein in einen knapp anderthalbstündigen Dialog aus Fragen und Gedanken, denen ich zu folgen versuche.

6. März 2017 · Hinterlasse einen Kommentar

Wer einmal aus dem Blechnapf frisst

Stell dir vor, du sitzt in einem Raum, der gar kein Raum, sondern eine Zelle, ist.
Stell dir vor, die Menschen, die zu dir sprechen, sprechen dir nicht zu.
Stell dir vor, die Entscheidung darüber, was du zum Frühstück, zu Mittag und Abend isst, ist nicht deine.

Kannst du nicht?
Ich auch nicht.

27. Februar 2017 · Hinterlasse einen Kommentar

Wer einmal aus dem Blechnapf frisst

Mit Ironie und viel Respekt, inszeniert Luk Perceval „Wer einmal aus dem Blechnapf frisst“ von Hans Fallada. Das Stück zeigt überzeugend, dass Menschen, wie die Hauptfigur Willi Kufalt über sich selbst sagt, nicht als Verbrecher*innen geboren werden, sondern durch die Gesellschaft zu Verbrecher*innen gemacht werden.

27. Februar 2017 · Hinterlasse einen Kommentar

Mutter Courage und ihre Kinder

„Der Frieden ist ausgebrochen!“ – die verzweifelte Stimme der Mutter Courage ergreift und versetzt mich sofort in Entsetzen, sodass ich mein Gesicht verziehe. Wie kann man einen solchen Gedanken überhaupt aussprechen? Die Protagonistin lebt vom Krieg – aus diesem Grund vertritt sie diese Meinung. Anfangs bedeutet der Feldzug für sie nur einen
reinen Gewinn ohne Verluste. Als Marketenderin begegnet Anna Fierling verschiedenen
Heeren auf dem Weg in den letztlichendlich folgenden Untergang der Menschheit.

21. Februar 2017 · Hinterlasse einen Kommentar